Bock-Kulturreise 2012

Auerbachs Keller und "Drallewatsch"

LEIPZIG.Im Auerbachs Keller, bekannt durch Goethes Faust, gibt es ein Drei-Gang-Dinner. Am Samstag wird die «Drallewatsch» entdeckt.

(dat.) Im legendären Auerbachs Keller wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Freitag ein Abendessen serviert. Der Auerbachs Keller ist die bekannteste und zweitälteste Gaststätte Leipzigs und gehörte schon im 16. Jahrhundert zu den beliebtesten Weinlokalen der Stadt. Seine weltweite Bekanntheit verdankt er vor allem Johann Wolfgang von Goethe. Dieser weilte während seines Studiums in Leipzig (1765–1768) oft im Auerbachs Keller. Hier sah er die beiden um 1625 entstandenen Bilder auf Holz, auf denen der Magier und Astrologe Faust mit Studenten pokuliert und – auf dem anderen – auf einem Weinfass zur Türe hinaus reitet. Die Faustsage kannte Goethe bereits aus Kindertagen durch das Puppenspiel vom Dr. Faust, das auf Jahrmärkten aufgeführt wurde. Mit der Szene «Auerbachs Keller in Leipzig» in Faust I hat er seinem Studentenlokal und der Stadt ein literarisches, wenn auch durchaus ironisches Denkmal gesetzt: «Mein Leipzig lob ich mir! Es ist ein klein Paris und bildet seine Leute.»
Am Samstagabend ist «Drallewatsch» angesagt: das ist ursächsisch und heisst so viel wie «auf den Schwof gehen». Rund um das Barfussgässchen, gelegen im ältesten Teil von Leipzig, kann man von einer Einkehr zur nächsten schlendern. Unter anderem steht dort das älteste Kaffeehaus Deutschlands «Zum Arabischen Coffe Baum».