Riesenfledermäuse auf der Speisekarte
Dank der grossen Tragflächen sind Flughunde ausgezeichnete Flieger.
In loser Reihenfolge erscheint die Rubrik «Tierisch» von Fotograf und Buchautor Hans D. Dossenbach exklusiv im «Schaffhauser Bock»
Tierisch Nr. 7
Auf den Seychelleninseln nördlich von Madagaskar kann man vor manchen Restaurants grosse Käfige sehen, in denen sich einige Flughunde befinden. Wie bei uns vor Fischrestaurants in Aquarien Forellen feilgeboten werden, sind auch diese Fledertiere als Lebensmittel gedacht. Flughundcurry gilt auf diesen Tropeninseln als Delikatesse. Ich habe dieses exotische Gericht versucht und kann es nicht weiter empfehlen. Es hat einen sehr strengen Geschmack.
Die etwa 130 Arten der Flughunde oder Flederhunde sind über Afrika, das südliche Asien und Australien verbreitet. Sie sind im Durchschnitt wesentlich grösser als die verwandten Fledermäuse. Die meisten haben eine Spannweite von etwa einem Meter. Die mit über 1.80 Meter Spannweite grösste Art wurde erst vor wenigen Jahren von einem Schweizer auf den Philippinen entdeckt.
Die meisten Flughunde sind Früchtefresser. Sie sind gesellige Tiere, die tagsüber in oft riesigen Gemeinschaften in Bäumen schlafen und sich nachts gemeinsam auf die Suche nach reifen Früchten machen. Dabei fallen sie gelegentlich in Plantagen ein und lassen sich grosse Mengen Bananen und Mangos schmecken. Verschiedene, vor allem kleinere Arten, suchen Nahrung an Blüten und fressen Nektar und Pollen und zum Teil Blütenblätter. Einige Arten sind sogar auf Nektar und Pollen bestimmter Blüten spezialisiert. Sie haben sehr lange Zungen zum Eintauchen in die tiefen Blütenkelche und heissen daher Langzungenflughunde. Den Namen Flughunde tragen sie, weil ihr Kopf mit den grossen Augen und der langen Schnauze einem Hundekopf ähnlich sieht.
In der Masoalahalle im Zürcher Zoo kann man wunderschön Flughunde beobachten.
