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Januar - Juni 2009


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Angst vor Nachahmern Aufwertung des Rheinfall-Gebietes Gastkolumne Partnerschaft Schaffhausen-Joinville auf gutem Weg Von der Grundidee zum fertigen Song Bock-Splitter Riesenfledermäuse auf der Speisekarte Mit dem Burgtheater in Stein am Rhein ist es aus "Wo ein Wille ist, ist auch eine Bewilligung" Jurgas Sommertheater-Tagebuch, Folge 3 Einsamer Mann Zanella macht einen Quantensprung Vom Ehrgeiz gepackt Turnkameraden Der Bock ist dabei

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Bock-Splitter

Da hat einer in Obwalden eine gute Idee: Wertvolles Bauland wird nur an Personen verkauft, die viel Steuern bezahlen oder Arbeitsplätze schaffen. «Apartheid», wettert Moritz Leuenberger. So ein Quatsch. Lediglich ein Regierungsrat, der marktwirtschaftlich denkt und teures Bauland, das sich eh nur Reiche leisten können, an Bedingungen knüpft: Geld oder Arbeitsplätze. Schaffhausen könnte von den originellen Obwaldern lernen: Baubewilligungen für 20 zusätzliche Randenhäuschen, aber nur für Leute mit einem Einkommen von über einer Million oder Neuansiedler von mindestens 50 Arbeitsplätzen. Schon gut, schon gut, mit dem Randen spasst man nicht in Schaffhausen. Obschon: gut, dass Moritz Schaffhausen nicht so genau kennt. Wie würde er wohl einen Zustand nennen, bei dem gewöhnlichen Bürgern de facto der Zugang zu einem (bestehenden) Häuschen auf dem Randen für ewig verwehrt bleibt?

Keinen guten Ruf mehr zu verlieren zu haben, lockert die Zunge. Wie beim deutschen Finanzminister Steinbrück. Allerdings gilt das ebenso umgekehrt. Auch die Schweiz hat bei Steinbrück keinen guten Ruf mehr zu verlieren. Laden wir also die Deutschen offen ein, zu uns zu kommen mit ihrem sauer Verdienten. Unser Staat beansprucht davon zwar auch seinen Teil, aber er benimmt sich um einiges anständiger als der deutsche Fiskus.

Auch die Amerikaner wollen Steuerflucht verhindern und Steueroasen in Steuerwüsten verwandeln. Und auch sie zeigen empört auf die Schweiz. Und haben bereits vergessen, dass die Finanzkrise nicht in der Schweiz und schon gar nicht durch Steuerflucht ausgelöst wurde, sondern durch Spekulationen von vor allem amerikanischen Finanzinstituten und vor allem über Börsenplätze wie New York und London. Nun denn, es sei einmal mehr wiederholt: Wer die Macht hat, hat das Recht.

Die nach dem Urknall gewiss längste und langsamste Explosion der Welt ist die Kostenexplosion im Gesundheitswesen. Sie dauert bereits Jahrzehnte und vollzieht sich in kleinen bis grösseren Prozentschritten. Dieses und nächstes Jahr sollens über 10 Prozent sein. Die «Explosion» zeitigt merkwürdige Folgen: Keiner stirbt daran, im Gegenteil, sie verlängert gar die durchschnittliche Lebenserwartung und den allgemeinen Gesundheitszustand.

Es soll Staaten geben, in denen nichts explodiert. Dumm nur, dass es dort auch keine künstlichen Hüftgelenke, keine Krebstherapien, keine schonende Knopflochchirurgie und keinen Rettungsdienst gibt, der notfalls innert 15 Minuten beim Patienten ist.

Auf mancher Pizza und in manchem Käsebrötchen findet sich statt richtigem sogenannter Analog- oder Kunstkäse. Was aussieht wie Parmesan, Mozzarella oder Emmentaler ist ein Gemisch aus Wasser, Milch-, Soja- oder Bakterieneiweiss, Pflanzenölen (z.B. Palmöl), Stärke, Emulgatoren, Aroma- und Farbstoffen, Salz und Geschmacksverstärkern, das sogar noch billiger ist als das Billigprodukt Milch. Neu ist das alles zwar nicht. Erfunden wurde das widerliche Zeugs bereits vor über 100 Jahren in den USA.

Der sexistische Spruch am Ende: Es hat keinen Sinn, mit Männern zu streiten. Sie haben ja doch immer Unrecht.